Der erste Mai ist auch ein achter März

Comment

Der erste Mai ist auch ein achter März

Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit auch ein feministischer Kampftag. Dies hat nichts mit Einverleibung fremder Anliegen zu tun, sondern ist eine strukturelle und gesellschaftliche Realität: Denn am 1. Mai gibt es von Frauen*seite mehr zu beanstanden, als das leidige Thema der andauernden Lohnungleichheit in unser aller Mitte.

Comment

Der alte Mann und das Tattoo

1 Comment

Der alte Mann und das Tattoo

Die TV-Kritik von René Hildbrand zu Bettina Bestgens „Glanz und Gloria“- Moderation hat ein grosses Medienecho ausgelöst. Zahlreiche Medienschaffende bezogen Stellung, bezeichneten Hildbrands Worte als sexistisch und verteidigten Bestgens Auftritt. Auch aktivistin.ch kritisierte Hildbrands Artikel auf medienpranger.ch, worauf persoenlich.com Herrn Hildbrand mit den Vorwürfen konfrontierte. Nach Lektüre seiner verteidigenden Worte müssen wir leider sagen: Sie haben gar nichts verstanden, Herr Hildbrand! Hier also eine feministische Erklärung zum „Tattoo-Gate“ für Alle zum mitschreiben. 

1 Comment

Unsere Rede am Women's March

Comment

Unsere Rede am Women's March

Wir sind aktivistin.ch

Es freut uns sehr, dass sich so viele für feministische Anliegen interessieren.

Noch vor einem Jahr hat der internationale Frauenkampftag am 8.3. viel weniger Beachtung gefunden und auch die traditionelle Frauen*demo war viel weniger gut besucht als jetzt 2017.

Das hat sicher mit Ereignissen zu tun, wie dem Brexit, der Wahl von Donald Trump und der nationalistischen, rassistischen und sexistischen Politik, die überall, auch in Europa und der Schweiz immer populärer wird. Diese Entwicklung schockt uns unglaublich. Doch dass so viele Menschen, so viele Frauen aufstehen und auf die Strasse gehen, gibt uns auch unglaublich viel Hoffnung.

Häufig wird uns erklärt, dass es den Feminismus nicht mehr braucht. Dass die Gleichstellung erreicht sei. Doch die Realität sieht anders aus:
Frauen* verdienen für die gleiche Arbeit immer noch weniger als Männer.
Frauen* sind häufiger Opfer von sexueller Gewalt und Missbrauch.
Frauen* erhalten kleiner Renten und sind häufiger von Armut betroffen.
Frauen* werden in Werbung und Medien objektiviert.
Frauen* verrichten ein Grossteil der unbezahlten Arbeit.
Diese Liste liesse sich weiter fortsetzen.

Der Neoliberalismus hat uns gelehrt, dass wir unseres eigenen Glückes Schmied*innen sind. Dass wir Frauen* alles erreichen können, wenn wir nur wollen. Und wenn wir das nicht schaffen, seien wir selber schuld. Wir hätten halt mehr arbeiten müssen oder härter verhandeln oder mehr lächeln. Oder weniger lächeln.
Wir von aktivistin.ch sind der Ansicht, dass dahinter Strukturen stecken. Sexistische und patriarchalische Strukturen, die Frauen*  nicht die gleichen Chancen in der Gesellschaft zugestehen. Und da diese strukturelle Benachteiligung uns alle betrifft, betrifft auch Feminismus uns alle:

als Frau*, als Mutter, als Frau* die eine Ausbildung macht, als Frau* die Lohn verdienen muss.
als Frau* einer bestimmten Herkunft und nationalen Zugehörigkeit, als Women of Color, als geflüchtete Frau* , als Frau* ohne Papiere.
Als gesunde Frau*, als Frau* mit einer Krankheit, als Frau* mit einer Beeinträchtigung
als Frau* die liebt und begehrt, egal ob homo-, hetero- oder bisexuell.
Als Trans*frau. Als nicht-binäre Person.
Als Mensch!

Wir wollen Gleichstellung in der Gesellschaft. In allen Bereichen, und dafür kämpfen wir!
Feminismus ist ein politischer Kampf, der auf verschiedenen Ebenen stattfinden muss. In der Parteipolitik, in der Wirtschaft, in den Medien und in der Wissenschaft. Aber auch im Privaten: Wie wir unsere Familien organisieren, wen wir lieben, wem wir zuhören, wie wir uns in unserem Körper fühlen - all das ist feministisch.

In einer kapitalistischen Gesellschaft, die auf Leistung, Individualisierung und Selbstausbeutung beruht, ist es auch ein politischer und feministischer Akt, sich selbst Sorge zu tragen.
Und auch darum geht es bei aktivistin.ch.

Wir schmieden zusammen Pläne, wir färben Brunnen rot und komponieren feministische Liedchen. Wir basteln Transpis und Schilder für die nächste Demo. Und wir essen auch gemeinsam Znacht, trinken Kaffee, Wein und Wasser.  Wir loben uns, wir akzeptieren uns und wir schaffen gemeinsam Utopien für eine besser Welt. All diese Dinge stärken uns für unseren feministischen Kampf!

 

Wenn wir Frauen* und alle Menschen anfangen genauer hinzublicken und Missstände beim Namen zu nennen. Wenn wir anfangen zu hinterfragen und Erklärungen für Sexismus, Unterdrückung und Ausbeutung zu suchen. Und wenn wir unseren Privilegien und unseren Kämpfe bewusst werden, dann gibt uns das Kraft. Wir sind nicht alleine mit unserer Wut und gemeinsam können wir viel verändern. Wir kämpfen gegen rechtes, sexistisches und rassistisches Gedankengut und gegen ein System, das zu Unterdrückung und Diskriminierung vieler führt.

Wir sind aktivistin.ch. Wer uns kennen lernen will, kann uns auf facebook liken und an unseren Stammtischen und Aktionen teilnehmen.
Wir wünschen euch weiterhin einen schönen und kämpferischen Womens March.

Wir sind viele und wir sind laut und zusammen können wir etwas verändern.

 

 

 

 

 

 

 

  

Comment

Aktivistin.ch am Women's March in Zürich

1 Comment

Aktivistin.ch am Women's March in Zürich

Aktivistin.ch goes Demo :)

Aktivistin.ch ist am Women’s March am 18. März in Zürich mit dabei. Wir freuen uns, dass der Women’s March auch in der Schweiz so viele Menschen anzuziehen scheint und sehen den kommenden Samstag nach den vergangenen Events und der Demo am 11. 3. als eine weitere Chance, dass die feministische Bewegung erstarken kann und Menschen sich für Gleichstellungsanliegen und gegen Unterdrückung zu organisieren beginnen.

Für uns ist es an dieser Stelle wichtig, dass wir uns auch bewusst sind, warum wir am 18. März auf die Strasse gehen. Aktivistin.ch unterstützt die Punkte von www.whywe18march.ch, die im Folgenden abgedruckt sind und die man auf der genannten Homepage unterschreiben kann. 

 

Der Women’s March ist eine feministische Demonstration.

Zusammen mit Menschen aller Gender, Ethnien, sexuellen Orientierungen, Kulturen, Alter und Hintergründe wollen wir am 18. März in Zürich für eine gerechte und solidarische Gesellschaft von freien, emanzipierten und selbstbestimmten Menschen demonstrieren. Wir wollen damit unseren Widerstand sichtbar machen gegen die erstarkenden konservativen Kräfte hier und überall auf der Welt, die immer wieder unsere erkämpften Rechte und unsere Würde angreifen.

Der Frauen*marsch in Zürich trägt die Bewegung des Women’s March on Washington in die Schweiz. Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten hat zu Recht grosse Empörung ausgelöst und viele Menschen mobilisiert. Auch wir sind schockiert. Marine Le Pen, die AfD, die Angriffe der polnischen Regierung auf die Abtreibungsrechte, die Flüchtlingspolitik von Victor Orban und anderen, aber auch die zahlreichen SVP Initiativen zeigen immer wieder, dass rassistische und sexistische Positionen wie Trump sie vertritt auch bei uns immer populärer werden.

Am 18. März wollten in Bern zahlreiche Menschen für eben diese rechte Ideologie demonstrieren. Glücklicherweise wurde diese Demonstration nun abgesagt. Der Women’s March soll von unserer Seite ein klares Zeichen sein, dass wir ihnen und ihrer Ideologie nicht die Öffentlichkeit überlassen.

Das kapitalistische System stützt sich auf die (Selbst)-Ausbeutung und Individualisierung der Menschen. Sexismus, Rassismus, Armut und Unterdrückung von minorisierten Gruppen passiert nicht einfach, sondern sind Konsequenzen einer Politik, die nicht die Interessen der Menschen selber ins Zentrum stellt. Wir erkennen, dass die Identitäten von Frauen* vielschichtig sind und sie darum unter verschiedenen Formen von Unterdrückung leiden. Für uns ist Feminismus intersektional und deshalb auch immer antirassistisch, antiklassistisch, antikapitalistisch und queer. Wir haben in den folgenden Punkten unsere Gründe dargelegt, weshalb wir am 18. März auf die Strasse gehen. Nur gemeinsam werden unsere Anliegen gehört. Zusammen tragen wir unsere Vision einer progressiven Gesellschaft frei von Unterdrückungen und geschührtem Hass mit geeinter Stimme an den Women’s March.

 

Wir wollen am Women's March sein, weil...

1. Frauen-und LGBTQIA*-Rechte sind Menschenrechte und Menschenrechte sind Frauen*- und LGBTQIA*-Rechte.

2. Wir wollen eine Gesellschaft, in der keine Diskriminierung aufgrund des biologischen Geschlechts, des Genders, der sexuellen Orientierung, der Hautfarbe, der nationalen Zugehörigkeit, der wirtschaftlichen Möglichkeiten oder aufgrund einer Behinderung stattfindet. Diese Diskriminierungsformen müssen gemeinsam gedacht werden und ein Widerstand kann nur gegen alle diese zusammen erfolgen. Wir sehen die bestehenden Strukturen und das System als Ganzes und stehen für einen breiten Widerstand.

3. Seit 1996 sind Frauen* in der Schweiz gesetzlich gleichgestellt. Diese Gleichstellung ist aber nur auf dem Papier erreicht. Noch immer stirbt hier alle zwei Wochen eine Frau* an den Folgen häuslicher Gewalt, noch immer werden Frauen* aufgrund ihres Geschlechts im privaten und öffentlichen Raum täglich Opfer sexualisierter Gewalt.

4. Die staatlichen Institutionen müssen frei von Sexismus und Rassismus für alle Menschen einstehen, insbesondere die Polizei. Racial Profiling verurteilen wir aufs Schärfste. Wir solidarisieren uns mit allen, die Opfer von rassistischer und sexistischer Polizeigewalt werden.

5. Die rassistische Politik von rechten Parteien wie der SVP und der Diskurs über Geflüchtete hat direkte Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Unternehmungen wie die ORS schlagen Profit aus der Migration und der Überforderung der lokalen Institutionen. Gerade Frauen* sind es, die noch unsichtbarer sind und in Notunterkünften und in der Öffentlichkeit Opfer von sexistischer, rassistischer Gewalt werden. Wir solidarisieren uns mit den geflüchteten Frauen* und queeren Menschen, die doppelter und dreifacher Diskriminierung ausgesetzt sind.

6. Wir stehen ein für die Rechte von Flüchtenden und Migrierenden, unabhängig von Aufenthaltsstatus und Herkunftsland. Bewegungsfreiheit muss weltweit für alle gewährleistet sein, ohne Hindernisse wie Grenzen, finanzielle Möglichkeiten oder Aufenthaltsstatus. Wir verurteilen Ausschaffungen und Deportationen, sowie Eingrenzungen und Präsenzpflicht. Kein Mensch ist illegal!

7. My body my choice; Frauen* entscheiden selbst darüber, wie sie leben wollen. Dazu gehört, selber über den eigenen Körper bestimmen zu können. Das heisst wir fordern freien Zugang zu sicheren, legalen und kostenlosen Abtreibungen und Verhütungsmitteln für alle Frauen*.

8. Wir sind der Überzeugung, dass LGBTQIA*-Rechte den Zugang zu wertungsfreier und umfassender Gesundheitsversorgung ohne Ausnahmen und Einschränkungen beinhalten. Alle Massnahmen, die für das rechtliche und tatsächliche Ausleben der eigenen Identität notwendig sind, müssen gewährleistet sein.

9. Wir glauben an Gendergerechtigkeit. Wir wollen frei von Geschlechternormen, Erwartungen und Stereotypen leben können. Geschlechterrollen müssen in der Schule und allen Medien hinterfragt werden. Wir müssen die Macht und die Ressourcen in der Gesellschaft gerecht verteilen.

10. Wir stehen ein für einen barrierefreien öffentlichen Raum, in dem sich alle Menschen frei bewegen können. Dies beinhaltet die Abkehr von Leistungsansprüchen und Rollenkonformität jeglicher Art.

11. Wir verlangen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und gleiche Möglichkeiten für alle. Jegliche Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und physischen Fähigkeiten sowie Sexismus am Arbeitsplatz sind zu beenden.

12. Die meiste unbezahlte Arbeit wird von Frauen* erledigt. Ohne speziell dafür entschädigt oder anerkannt zu werden, erwartet die Gesellschaft von Frauen* die Kinder aufzuziehen, die Alten zu pflegen, zu putzen und zu kochen. Ausserdem sind viele „typische Frauen*berufe“ schlecht bezahlt und wenig angesehen. Diese Doppelbelastung macht krank. Besonders betroffen sind auch hier migrantische und arme Frauen*.

13. Lohndiskriminierung und prekäre Anstellungsbedingungen sind für viele Frauen* Realität. Dies verursacht Rentenausfälle und Altersarmut. Nur durch radikale Gleichstellung und ein Umdenken der jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse kann eine Veränderung stattfinden.

14. Wir glauben an einen internationalen Feminismus. Solidarität zwischen Frauen* darf sich nicht von Grenzen der Ethnie, Religions- oder Staatsangehörigkeit beschränken lassen, sondern muss global und allumfassend sein. Nur so kann gewährleistet sein, dass die Selbstverwirklichung von  Frauen* nicht die Ausbeutung und Prekarisierung vieler anderer bedeutet.

15. Wir finden, dass alle Menschen Anrecht haben auf eine intakte Umwelt. Ökologie ist kein Luxus, unsere Lebensgrundlage darf nicht dem Profit weniger Personen und Konzerne zum Opfer fallen. Wir stehen ein für das Recht aller Menschen, sich selbst und ihrer Gesundheit Sorge zu tragen. Dies hängt direkt zusammen mit der Erhaltung unserer Lebensgrundlage und der Sicherung eines intakten Klimas.

 

1 Comment

Bunte Graubereiche. Ein Plädoyer für Quotenpuppen.

Comment

Bunte Graubereiche. Ein Plädoyer für Quotenpuppen.

Gastbeitrag von Melanie Kollbrunner. "Wo steht: „Ich bin Mamis kleine Superpilotin“? Wo steht: „Ich bin Papis kleiner Superflorist“? Würde ich übrigens auch nicht kaufen, den Kram, wenn es ihn dann gäbe. Weil mein Kind nicht Werbefläche für meine Botschaften ist."

Comment

Wehret den Anfängen - Aktion am Frauentag vom 8.3.2017

1 Comment

Wehret den Anfängen - Aktion am Frauentag vom 8.3.2017

Die Gruppe Aktivistin.ch brachte heute am internationalen Frauen*tagWarnetiketten an Spielzeug an, um zu zeigen, wie früh Kindern geschlechtsspezifische Rollenbilder eingepflanzt werden. Starre Ideen davon, wie “richtige Frauen” oder “richtige Männer” zu sein haben, werden bereits im Kinderzimmer eingeübt. Darum: Wehret den Anfängen!

1 Comment