#happytobleed – Menstruation ist nichts Ekliges

Mit der Aktion #happytobleed wollen wir einen Diskurs über den gesellschaftlichen Umgang mit dem weiblichen Körper anregen.

Die Sexualisierung des weiblichen Körpers in unserer Lifestyle-Kultur, das bestehende Schamgefühl in Bezug auf den eigenen Körper im speziellen während der Menstruation, das durch die aktuelle gesellschaftliche Haltung zementiert wird, machen einen natürlichen Umgang mit sich selbst fast unmöglich.

Gender Pricing und Luxussteuer auf Hygieneartikel suggerieren zudem, weibliche Bedürfnisse für ebendiese Artikel seien keine Notwendigkeit, kein Alltag und benachteiligen Frauen somit finanziell. Tampons, Binden und andere Hygieneartikel für die Menstruation werden mit 8% Mehrwertsteuer veranschlagt, und nicht mit dem reduzierten Satz von 2.5%, der für Güter des alltäglichen Eigenverbrauchs gilt. Tampons gelten also als Luxusprodukt.

Das sehen wir anders: Diese Hygieneartikel braucht beinahe jede Frau, weil jede Frau in ihrem Leben durchschnittlich etwa 444 Mal menstruiert. Das ist kein Luxus. Sondern Alltag. Qualitativ gute Hygieneartikel sind für die Gesundheit von Frauen essentiell. 

Während der Aktion #happytobleed wurden Brunnen in der Stadt Zürich mit roter Farbe eingefärbt und mit Transparenten und Flugblättern erklärt. Die Aktion soll die Betrachter*innen dazu anregen, den Umgang mit dem (eigenen) weiblichen Körper zu hinterfragen. Es ist höchste Zeit, die weibliche Sexualität und den weiblichen Körper als Selbstverständlichkeit zu etablieren.

 

Weshalb machen wir das?

Sexualisierung des weiblichen Körpers: Mein Körper ist kein Sexobjekt

Frauen sind Objekt, Männer Subjekt. Das besagt eine Untersuchung der American Psychological Association. In Musikvideos räkeln sich Frauen in knapper Kleidung während der Mann den Ton angibt, in Magazinen wird den Leserinnen beigebracht, sich sexuell begehrenswert zu machen, in der Werbung werden Frauen als Objekte dargestellt (siehe sexismus.ch). Puppen für Mädchen werden immer schlanker und in der Mädchenbekleidung sind nun auch schon Kinder-BHs erhältlich. Die Folgen sind fatal: Die Sexualisierung des weiblichen Körpers führt zu Ess-Störungen, geringer Selbstachtung und Depressionen.

Menstruation als Tabu: Jede 6. Zürcherin hat heute ihre Tage

Die erste Periode in der Schule: Tuschelnd fragte man seine Kolleginnen nach Tampons. Wehe, ein Junge kriegt Wind davon! Man fühlte sich beim Kaufen von Tampons wie beim Drogendeal. Später, im Grossraumbüro, erkundigt sich Frau zwar nach einem Taschentuch, aber nur hinter vorgehaltener Hand nach einer Binde. In gewissen Kulturen werden menstruierende Frauen gar vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Bis heute ist die Periode einer Frau im öffentlichen Raum tabu. Sie wird als ekelhaft dargestellt, ein offener Umgang mit ihr als befremdend und unnatürlich abgestempelt.

Gender Pricing: Was es kostet, eine Frau zu sein

Ob Coiffeurbesuch, Spielzeug oder Hygieneartikel: In vielen Bereichen des Lebens zahlen Frauen für die gleiche Dienstleistung oder dasselbe Produkt mehr als Männer. «Gender Pricing» oder «Pink Tax» nennt sich dieses Phänomen. Laut US-Konsumentenschützer bezahlen Frauen durchschnittlich ganze 13 Prozent mehr bei Pflegeprodukten. Hersteller begründen die unterschiedlichen Preise jeweils mit der «grösseren Zahlungsbereitschaft» von Frauen oder mit den höheren Werbekosten bei frauenspezifischen Produkten.

Besteuerung von Hygieneartikel: Tampons sind kein Luxus!

Jede Frau hat rund 444 Mal in ihrem Leben ihre Tage. Ein Luxus? Kaum. Dennoch werden in vielen Ländern dieser Welt Tampons und Binden als «Luxusartikel» besteuert. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten haben dieses Jahr nun die Absicht der EU-Kommission begrüsst, «Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, die Mehrwertsteuersätze für Hygieneprodukte auf null zu setzen». Damit soll es ermöglicht werden, die Steuer auf Tampons und Damenbinden abzuschaffen. Höchste Zeit!

Medienberichterstattung

Tages-Anzeiger

 

Blick

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20 Minuten

 

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