Ob Haare oder keine, entscheiden wir alleine!

So hätte ich mich als Jugendliche nicht aus dem Haus getraut, dabei sind meine Haare echt nicht so gut zum Entfernen geeignet. Beim Rasieren ist zuerst alles mit roten Beulchen übersät und am nächsten Tag tauchen schon wieder überall «peinliche» Haaransätze auf. Bei anderen Methoden bekomme ich entweder Schreikrämpfe und / oder meine Haut ist dann zwei Tage lang gerötet nur um direkt danach wieder voller Haaranstätze zu sein.
Haarentfernung war also echt nie mein Hobby und auch nie ein besonderes Erfolgserlebnis.Trotzdem werd ich sie morgen wieder abrasieren: nicht weil sie mir noch sonderlich peinlich wären, aber ich schwitze extrem viel. Dass ich meine alltäglichen Wege mit dem Fahrrad bestreite ist der Situation natürlich nur bedingt zuträglich. Keine oder nur wenig Haare zu haben, war für mich bisher die beste Lösung damit umzugehen. Darum werden meine Achselhaare vorerst wohl nie ihre volle Pracht erreichen.

 Ich habe heute ein Date. In der Badi. Deswegen habe ich mir heute Morgen die Achseln, die Bikini-Zone (OMG dieses Wort, das impliziert ja schon, dass wir unsere Körper einem Kleidungsstück anpassen – immerhin ist es besser als «Schambereich») und die Beine rasiert.
Ich mache oft und viel Sport, deswegen trage ich im Sommer regelmässig Shorts. Und ich habe einfach wirklich keine Lust, bei 30°C+ lange Hosen zu tragen. Leider wachsen meine Körperhaare extrem schnell, in grosser Anzahl und sind dunkel und dick. Darum ists mir unangenehm, wenn ich meine Beine unrasiert in der Öffentlichkeit zeige oder unrasiert schwimmen gehe.
Früher habe ich mir eingeredet, dass ich mich für mich selber rasiere. Weil sich die glatte Haut gut anfühlt. Inzwischen bin ich mir aber sicher, dass ich mich nur rasiere, um mich «gesellschaftsfähig» zu fühlen.
Letzten Endes geht es aber genau darum: Eine Wahl zu haben, ob ich mich rasiere oder nicht. Ohne gesellschaftlichen Druck, einem bestimmten Bild zu entsprechen. Kämpfen wir dafür, dass alle Menschen die Wahl haben, wie sie sich in der Öffentlichkeit zeigen!

Ich bin gestern zum ersten Mal mit langen Beinhaaren im Kleid rausgegangen und siehe da – es hat niemanden gejuckt und ich habe mich so kraftvoll und bei mir selbst gefühlt.

ich wünsch mir me akzeptanz für feminini körperbehaarig ide gsellschaft, vo mim ex fründ han ich mer ständig müesse bösi sprüch zu mine körperbehaarig alose:’so grusig, wänn rasiersch dich wider usw.
und vo de mitmänsche ide stadt wird mer au sehr idringlich agafft als frau mit haar, isch ja bi de männer au nöd so…
i mim alltag mit de chinde han ich usegfunde, dass die meischte dänkäd nur manne händ vill körperbehaarig, ab und zue fregeds wieso häsch du so haar wie en ma, ich klär sie dänn gern uf.. villicht sött mer me haar-toleranz ide schuel unterrichte/lerne.
naja, nach eim jahr mit allne haar han ich jetzt mal wider es paar haar entfernt, aber scho sehr gli sind d haar wider da 🙂

Mich macht es wütend, dass Beinhaare bei Menschen, die als Männer wahrgenommen werden, normal sind und bei als Frauen gelesenen Personen ekelhaft und ungepflegt.
Als Jugendliche hatte ich mega lange das Gefühl, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt. Ich habe geglaubt, dass ich die einzige Frau mit starker Beinbehaarung bin und mich dafür geschämt.
Ich rasiere mich nicht mehr, weil ich mich weigere, absurden Schönheitsidealen zu entsprechen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.